Zur Geschichte des WinterSportMuseums

Die Entstehung des Museums

Der um 1890 in Mitteleuropa aufkommende Skilauf fand vor allem unter der bürgerlichen Klientel viele Anhänger. Diese verfügte über die nötigen finanziellen Mittel, denn Skiutensilien waren zu jener Zeit noch sehr teuer. Im Unterschied zu einigen Berufsgruppen, denen der Ski nach wie vor als Hilfsmittel bei der Arbeit diente, war für sie der Skilauf bzw. das Skifahren eine Freizeitbetätigung.

Der Grazer Sportsmann Max Kleinoscheg und der Mürzzuschlager Gastwirt Toni Schruf beschlossen um 1890, motiviert durch die Skiexpedition Fridtjof Nansens durch Grönland, den Skilauf in Mitteleuropa bekannt zu machen. Sehr früh erkannten sie die Bedeutung der Schneeschuhe (Ski) für den Fremdenverkehr und starteten verschiedene Initiativen für die touristische Nutzung. Sowohl ihre Aktivitäten als auch die gute Lage an der Südbahnstrecke trugen dazu bei, dass Mürzzuschlag zu einem Zentrum des Winterfremdenverkehrs wurde.

Schruf und Kleinoscheg bestiegen infolge gemeinsam mit Walter Wenderich am 8. Februar 1892 das 1782 Meter hohe Stuhleck als ersten Alpengipfel mit Ski. Dabei beschlossen sie einen Skiverband zu gründen. Dieser Verband steirischer Skiläufer wurde dann am 1.2. 1893 aus der Taufe gehoben und am nächsten Tag veranstaltete dieser in Mürzzuschlag bereits das 1. Internationale Skiwettlaufen in Mitteleuropa. 1894 folgte im Rahmen eines weiteren Skiwettlaufes eine Internationale Wintersportausstellung.

Ein Lawinenunfall mit drei Todesopfern auf der steirischen Rax im Jahr 1896 und ein erster Skitoter auf dem Stuhleck im selben Jahr veranlasste die alpinen Vereine einen alpinen Rettungsausschuss – den Vorläufer des organisierten Bergrettungsdienstes – zu gründen. Wieder waren Toni Schruf und Kollegen daran beteiligt.

All diese lokalen bzw. regionalen Ereignisse mit weitreichenden Auswirkungen waren für den Mürzzuschlager Gemeinderat Anlass genug in seiner Sitzung vom 20. November 1947 die Errichtung eines Wintersportmuseums zu beschließen.