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Vorhang auf für Sofie Schruf

Toni Schruf war über die Grenzen Mürzzuschlags als Skipionier und erster Tourismusmanager der Stadt bekannt. Er organisierte das erste, 1893 durchgeführte Skiwettlaufen Mitteleuropas. Welche persönliche Geschichte steht hinter seiner Frau? Hatte sie, wie soviele andere Frauen zu dieser Zeit, das gleiche Schicksal? Die Kinder großziehen, den Gasthof und das Hotel "schupfen" und ihr Ehemann stand im Rampenlicht?

1900: Rollenbild der Frau

Sofie Schruf 

Sofie Schruf wurde am 10. April 1873 in Kapfenberg im elterlichen Hotel geboren. Sie wuchs mit 6 Geschwistern auf, die Mutter verstarb bereits im Alter von nur 56 Jahren.
Am 25. November 1895 heiratete sie den Mürzzuschlager Toni Schruf.

Sofie war die Tochter des steirischen Gutsbesitzer Rudolf Ramsauer. Ihr Vater genoß im ganzen Mürztal ein großes Ansehen, die Familie besaß viele Häuser, das "Hotel Rudolf Ramsauer", eine Frächterei und eine Ziegelfabrik. Somit brachte Sofie auch ein nicht unwesentliches Erbe in die Ehe ein. Ihr vermögender Vater unterstützte seinen Schwiegersohn großzügig bei seinen Vorhaben und Visionen.

Der um 10 Jahre ältere Ehegatte führte bereits das Hotel Post in der Innenstadt Mürzzuschlags. Toni Schruf hatte große Pläne für den Sommer- und Wintertourismus in der Stadt. Er war ein großer Reformer und prägte den Ausdruck "Davos is Davos und Mürzzuschlag is a wos".

Sofie und ihre Kinder

Sofie und Toni Schruf hatten sechs gemeinsame Kinder. Das erste Kind Rosa, kam bereits acht Monate nach der Hochzeit 1896 in Mürzzuschlag zur Welt! Sie übernahm nach dem Tod des Vaters gemeinsam mit ihrem Ehemann 1927 den elterlichen Betrieb in Mürzzuschlag. 

Zwei Jahre später gebar Sofie die nächste Tochter Sophia Adelheid, sie verstarb im Alter von nur zwei Monaten. Der "Stammhalter" Anton erblickte nur 11 Monate nach der Geburt von Sophia Adelheid das Licht der Welt, 2 1/2 Jahre später kam Rudolfine Maria auf die Welt.
Toni entschied sich gegen den Willen seines Vaters und studierte auf der Montanuniversität in Leoben und arbeitete im In- und Ausland als Straßenbauingenieur. Rudolfine übernahm nach dem Tod des Vaters das Hotel am Bärenkogel, allgemein als Bärenkogelhaus bekannt. 1945 verstarb ihr Ehemann und sie führte über 40 Jahre lang alleine den Gasthof am Bärenkogel. 

Der nächste Familienzuwachs war die Tochter Martha Anna, sie wurde 1904 geboren und lebte später mit ihrer Tochter und ihrem Eheman, einem Militärpiloten, in Deutschland.

Während Toni Schruf 1904 mit der Organisation der Nordischen Spiele stark beschäftigt war, musste sich Sofie – hochschwanger – um das Hotel und zugleich um die Erziehung der vier Kinder kümmern.

Das Nesthäckchen Frida Helena erblickte 1906 das Licht der Welt. Sofie Schruf war nach der Geburt von Frida Helena 33 Jahre alt und gebar im Zeitraum von 10 Jahren sechs Kinder

Die berufstätige Sofie

Franz Preitler schreibt in seinem Buch "Toni Schruf - Die Biographie":

Im Hotel Post gab es fortwährend viel Arbeit, die sie als unermüdliche Wirtin und Hausherrin gekonnt zu erledigen wusste. Für ihr wirtschaftliches Handeln und den gewissenhaften Umgang mit Geld diente ihr Vater als Vorbild. Sie hatte die Verantwortung über das zahlreiche Dienstpersonal des Hotels. Sofie war trotz all der Verpflichtungen als gesellige Wirtin bekannt, die sich gerne nach getaner Arbeit noch zu den Gästen an den Bürgertisch setzte. 

Sie war die starke Frau im Hause Schruf und eine liebevolle, wenn auch strenge Mutter. Für die Aufsicht über ihren Nachwuchs hatte sie ein Kindermädchen angestellt, die älteren Kinder waren im Internat untergebracht, damit ihnen die bestmögliche Ausbildung zuteil werden konnte. 

Verbindung zum Museum:

Die Aktivitäten von Toni Schruf, seiner Ehefrau und Familie bilden eine wichtige Grundlage für die Sammlung unseres Museums. Zahlreiche Fotografien, Bücher und Dokumente aus dieser Zeit haben sich erhalten und werden heute bei uns bewahrt. Sie zählen zu den wertvollen Schätzen unserer Sammlung und geben Einblick in die Anfänge des Wintersports und des Tourismus in Mürzzuschlag. 

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