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Helicopter Skiing goes Winter!Sport!Museum!

Am 6.7.09 stattete Mike Wiegele, ein Pionier des Helicopter Skiing in Kanada, dem Winter!Sport!Museum! in Mürzzuschlag einen Besuch ab. Über das konzeptionelle bzw. museale Umfeld durch den Museumsleiter Mag. Hannes Nothnagl bzw. über das Umfeld des Museumsvereins durch Obmann Mag. Hermann Wallner bestens informiert, zeigte sich Mike vor allem von der räumlichen Größe des Museums, von der Mischung aus Originalobjekten und Installationen und von der „Scheffelhütte“ begeistert, die er auch gleich als Vorbild für eine „Trapper-Hut“ in Kanada nehmen will! Als ersten Schritt für die vereinbarte engere Kooperation will Mike Wiegele dem Museum einige Objekte aus seiner langjährigen Arbeit als Berg-, Ski- und Heliskiing guide zukommen lassen.


Über Mike Wiegele
Mike wurde 1938 in Feistritz / Kärnten geboren. Mit 21 Jahren verließ er den elterlichen Bauernhof und ging an die kanadische Ostküste um dort als Tischler zu arbeiten. Sein innerlicher Drang nach den Bergen und dem Skifahren trieben ihn in den Westen Kanadas, auf die majestätischen Berge und Gletscher.

Er beginnt am Mont Tremblant als Skilehrer zu arbeiten, absolviert die kanadische Diplomskilehrerausbildung und wird schließlich 1964 auch kanadischer Staatsbürger. 1965 gründet und betreibt er in Lake Louise eine Skischule und trainiert nebenbei junge Rennfahrer im Lake Louise Ski Club. Daraus gehen später so renommierte Fahrer hervor wie die Brüder Ken & Jim Read, Bobby Allison und die Brüder Mike & Bill Irwin. In diesem Umfeld lernt er auch Bonnie kennen, ebenso eine Skirennläuferin, die er 1967 heiratet.

Zwischen 1964 und 1968 beginnt Mike seine Suche nach Ressourcen für eine neue, noch nie in dieser Form realisierte Geschäftsidee. Er beginnt mit eigenen Aufzeichnungen über Schneehöhe, Schneebeschaffenheit, Häufigkeit der Niederschläge und Lawinenaktivitäten. In diesen Jahren entwickelt er eine Vision vom Helikopterskilauf, einem Unternehmen, dass er 1970 in Valemount gründet und mit dem er im Laufe der folgenden Jahrzehnte eine perfekte Serviceorganisation schafft.

Als er 1973 „grandma“ Nelson trifft, bestätigt sie ihn in seiner Annahme noch weiter südlich Richtung Blue River zu ziehen. Molly Nelson hatte zu diesem Zeitpunkt als Hobbymeteorologin genaueste Aufzeichnungen über Niederschläge, Wind und Schneefall in der Blue River Region der vergangenen 30 Jahre geführt. In den Gebirgsketten um den heutigen Standort der Basis, gleich neben dem Eleanor Lake, findet man die höchsten Schneedecken, vergleichsweise wenig Wind und damit einer der besten Pulverschneebedingungen, weltweit.

Mit diesen Ressourcen ausgestattet, nimmt eine Entwicklung ihren Lauf, die ihresgleichen sucht. Mit Warren Miller beginnt Mike eine Kooperation, die durch zahlreiche bahnbrechende Skifilme den Mythos Helikopterskilauf bei Mike Wiegele begründen. Noch nie zuvor wurden solche extremen Hänge befahren, noch nie zuvor haben sich Skifahrer auf solch ausgesetzten Graten und Gipfeln von Hubschraubern absetzen lassen.

Ab 1981 etabliert sich ein Wettkampf, der die talentiertesten Gelände-Skifahrer gegeneinander im Bewerb um die beste Spur antreten lässt: die „Powder 8 World Championships“. In Paaren von zwei Fahrern wird ein KO-System gefahren, in dem Rhythmus, Gleichmäßigkeit, Geschwindigkeit und Spuranlage bewertet werden. Seit seiner Einführung ist dieser Event jährlich ein Magnet für Skiprofis und ambitionierte Hobbysportler, die sich dieser Droge nicht entziehen können. Weiters dient es Mike auch als Pool, aus dem schon so mancher Heliguide hervorgegangen ist.

Während der späten 70er und früher 80er Jahre beginnt Mike über die Powder 8 Weltmeisterschaften eine enge Zusammenarbeit mit Atomic. Diese Kooperation mündet in die Entwicklung eines Skis, der im Tiefschnee leicht dreht und das Quäntchen mehr Auftrieb verschafft als es herkömmliche Pistenski erreichen. Dadurch erreichen die „Powder-Hogs“ dieses spezielle Gefühl von Einheit mit dem Schneeelement. Ein Gleiten und Fließen ist die Folge, und die Erfahrung des Skifahrens im Pulverschnee brennt sich tief in Deine Erinnerung.

Mike Wiegele Helikopter Skiing wächst in Folge weiter zur größten Helikopterski Operation weltweit, angetrieben durch weitere Zukäufe von Land, Landpacht zur touristischen Benutzung und durch Mike’s Selbstverständnis für weltklasse Dienstleistungen. Diese Dienstleistungen werden durch vier Eckpfeiler begründet: professionelle Skiführer mit erstklassiger internationaler Ausbildung, strukturierte Analyse und Beobachtung von Schnee- und Lawinenkunde, professioneller Betrieb einer Hubschrauberflotte in Kooperation mit Victoria Island Helicopters, und einer fünf Sterne Unterbringung mit internationaler Haubenküche. Bis zum Ende der 80er Jahre entwickelt sich das Resort um den Eleanor Lake zu einem Dorf, exklusive für das wachsende internationale Klientel der leidenschaftlichen Heliskifahrer.

Aus dieser Nachfrage erwächst die Gründung der kanadischen Skiguide Association CSGA mit dem Ziel, auch in Kanada einen Ausbildungsstandard zu schaffen, wie es ihn in Österreich mit den staatlich geprüften Skiführern schon lange gibt. Für Mike Wiegele ist neben den fachlichen Fähigkeiten eine Gruppe sicher im Gelände zu manövrieren vor allem eines wichtig: Die Freude am Skifahren auch technisch und gesellschaftlich professionell zu vermitteln. Seiner Meinung nach, und die Zufriedenheit der Gäste geben ihm dabei Recht, können das Berufsskilehrer mit Zusatzausbildung als Skiführer am besten. In diese Zeit fällt auch die Begründung der Zusammenarbeit mit dem Lawinenforschungsinstitut in Davos und der University of Calgary. Regelmäßige Gastvorträge und ein kontinuierlicher Erfahrungsaustausch haben zu den hohen Sicherheitsstandards bei Mike Wiegele beigetragen. Anfang der 90er wird „The Grizzly Hut“ als ständiger Stützpunkt zur Beobachtung und Erforschung der Schnee- und Lawinentätigkeit erbaut. Er dient in erster Linie als Trainingsstützpunkt für die CSGA Skiführer Ausbildung. Aber auch Gäste können sich dort täglich bei offenem Feuer erholen und aufwärmen, im Frühjahrsskilauf wird dort oben regelmäßig ein Sonnenbad genommen.

Im Jahr 2000 wird Mike durch die kanadische Berufsskilehrer Vereinigung (CSIA) in die kanadische „Ski Hall Of Fame“ gewählt für außergewöhnliche Verdienste, Wachstum und Entwicklung im kanadischen Skisport. Der Gouverneur von British Columbia überreichte diese Auszeichnung persönlich.