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Neue Sonderausstellung: Mit der Nase in die Berge. Alpine Duftgeschichte(n)

Unterwegs auf der Schneealpe unweit von Mürzzuschlag – Rast auf einer herrlichen Almweide. Geruch von frischem Gras. Ein Windhauch bringt einen ungemein erregenden Duftschwall feiner Vanillenoten: das Parfüm vom sagenhaft dunkelrot-schwarzen Kohlröschen.
Mehrere Augenblicke später am Gipfelkreuz, in der Nähe letzte Schneefelder. Sonnenstrahlen treffen ein blaues Blütenpolster am Felsrücken. Welch ein gegensätzlich feiner Duft zum säuerlichen Geruch in der Almhütte! Welch eine Erholung nach der beissenden Luft im Autostau vor dem Tunnel!


Zusammen mit zahlreichen Bildern und Objekten sowie historischen und aktuellen Werbemitteln haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, Geschichte und Gegenwart der Alpenwelt von einer ganz neuen Seite kennen zu lernen. Und dies eingebettet in die herrliche Bergwelt rund um Mürzzuschlag.

Eine „Duftwanderung“
Die Schau beginnt mit einer „Alpenwanderung“, auf der die Besucher die Vielfalt der pflanzlichen Düfte in den wechselnden Vegetationsstufen erschnuppern können. Der Weg führt vorbei am Efeu, einer typischen Pflanze im Tal, bis zum Himmelsherold, der als eine der letzten Pflanzen ganz oben an der Grenze zum Firn gedeiht. Der Weg durch die Regionen der Alpen hat aber noch weitere Duftaspekte, wie die unterschiedlichen Losungen von Wildtieren, das Heu, die Almwirtschaft und den „kalten Geruch“ von Schnee und Eis bis hin zu den Gerüchen unserer Zivilisation: Metall und Schmiere der Bergbahnen.

Geruch und Geschichte
Auch Gerüche verändern sich. Waren es ursprünglich vor allem die Gerüche der Wildnis und die der Almwirtschaft, brachte bereits ab 1800 die vornehme touristische Gesellschaft neue Düfte in die Alpen: Puder und Patchouli-Parfüm der Damen und Modegerüche wie „Russisch Leder“, mit denen die Herren ihren Auftritt unterstrichen. Gleichzeitig wurden gerade die ursprünglichen Alpendüfte Mode: Bergblütenseifen erzählen davon.

Schon früh wurde den Alpen und ihren Düften eine heilende Wirkung nachgesagt. Bald boomten Kurorte wie Davos, Bad Reichenhall oder Bad Gastein. Trink- und Badekuren mit speziellen Geschmäckern und Gerüchen, mit verschiedensten Mineralwassern, Molke von Gebirgskühen, Pflanzenextrakten und einem stark riechenden Erdöl standen dabei auf dem Programm. Mürzzuschlag und Semmering wurden ebenfalls zu Höhenluftkurorten mit eigenen Kurhäusern.

Auch Wanderer und Bergsteiger brachten eigene Duftnoten mit: den speziellen Geruch von überfüllten Matratzenlagern, von Erbswurst- und anderen Fertigsuppen und den Muff durchnässter und verschwitzter Kleidung.

Duft und Kommerz
Bis heute spielen alpine Düfte und die „gute, würzige Bergluft“ auch in der Welt der Konsumgüter eine große Rolle. Duftstoffe von Flechten, Moosen, Tannenzapfen und sogar der seltene Duft des Bibergeils werden für zahlreiche Produkte verwendet. Selbst Waschmittel, Schokolade und Bonbons, die nichts mit den Alpen zu tun haben, schmücken sich mit ihrer speziellen Aura.

Das Konzept der Schau basiert auf der Ausstellung „Alpendüfte – eine Kulturgeschichte“ des MUSEE SUISSE Forum der Schweizer Geschichte in Schwyz/Schweiz. Nachdem diese Ausstellung auch erfolgreich im Alpinen Museum des Deutschen Alpenvereins in München gezeigt wurde, ist sie nun in etwas veränderter Form – angepasst an die regionalen Verhältnisse – erstmals in Österreich im Winter!Sport!Museum! Mürzzuschlag zu sehen.